Bundesrat beschließt weitreichende Aktualisierungen im Sachplan für die Nationalstrassen
Der Bundesrat hat kürzlich entscheidende Aktualisierungen im Sachplan für die Nationalstrassen beschlossen. Diese Maßnahmen könnten gravierende Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur und Umwelt haben.
In einer Sitzung, die mehr Fragen aufwarf als sie beantwortete, hat der Bundesrat Aktualisierungen zum Sachplan für die Nationalstrassen beschlossen. Diese beschlossenen Maßnahmen sind nicht nur ein bürokratisches Manöver, sondern können, so die Hoffnung der Regierung, die überfällige Erneuerung des maroden deutschen Verkehrssystems vorantreiben. Ohnehin ist der Zustand vieler Straßen längst nicht mehr mit dem Wort „bescheiden“ zu umschreiben, vielmehr könnte man eine ganz andere, etwas drastischere Wortwahl in Betracht ziehen, die sich leicht in der oft chaotischen Diskussion um Verkehrsinfrastruktur verlieren lässt. Bei jedem Ausweichen der Autofahrer auf klapprige Schlaglöcher kommt der Gedanke auf, dass vielleicht der Straßenbau schon längst eine verloren gegangene Kunstform ist.
Die Hauptänderungen, die in den Sachplan integriert werden sollen, betreffen vor allem die Priorisierung von bestimmten Verkehrsprojekten. Es ist nicht das erste Mal, dass man verspricht, die Förderung von umweltfreundlicheren Alternativen zu intensivieren. Die Realität, in der die Umtragung von mehr Fahrzeugen durch städtische Gebiete allein mit dem Ausbau der Autobahnen begegnet werden kann, bleibt jedoch bestehen. Der Bundesrat hat nun auch den Passus eingeführt, der auf die bestehende Umweltgesetzgebung Anspruch erhebt. Ein merkwürdiger Schritt, der eigentlich dazu gedacht sein sollte, den Wandel zu fördern, indem er an den Hebeln der Verkehrspolitik zieht, erweckt den Eindruck, dass die Priorität vor allem im Ausbau traditioneller Straßeninfrastruktur liegt.
Es bleibt abzuwarten, wie nachhaltig diese neuen Beschlüsse tatsächlich sein können. Während die politischen Entscheidungsträger die drängenden Fragen zur Klärung der Verkehrsinfrastruktur auf dem Tisch haben, scheinen sie sich gleichzeitig in einem Netz aus Kompromissen zu verstricken. Die Vorstellung, dass ein Land mit einem der größten Automobilmärkte weltweit sich ernsthaft um die Reduzierung von Emissionen und Verkehrsstaus kümmern könnte, ist mit Sicherheit eine der ironischeren Anekdoten der letzten Jahrzehnte. Wenn man sich die tiefgreifenden, strukturellen Herausforderungen in der Verkehrsorganisation vor Augen führt, ist es kaum verwunderlich, dass der Großteil der Diskussionen im Bundestag an den Grenzbereichen zwischen Fortschritt und Tradition, zwischen konventionellen Erwartungen und dem modernen Verkehrswesen abspielt.
Nicht zuletzt ist auch die Finanzierung dieser Maßnahmen ein bereits in der Vergangenheit oft strapaziertes Thema. Das Versprechen, neue Gelder für die Straßeninstandhaltung bereitzustellen, wurde in der Vergangenheit oft nur auf dem Papier gehalten. Die Bundesländer klagen über die Geringschätzung ihrer Anliegen durch die Bundesregierung, während diese in der Regel mit dem wohlfeilen Argument der "Haushaltslage" antwortet. So stellt sich die Frage, ob die jetzt vorgesehenen Investitionen in die Nationalstrassen nicht genauso schnell wieder in der Versenkung verschwinden wie viele vorangegangene Vorhaben. Diese Unsicherheit ist jedoch nicht neu und dennoch beunruhigend, da die Verkehrsplaner weiterhin in einem Zustand zwischen Hoffen und Bangen agieren.
Kritiker der Neuregelungen haben bereits auf die unzureichende Berücksichtigung von alternativen Mobilitätslösungen hingewiesen. Der Gedanke, dass der öffentliche Nahverkehr ebenso behandelt werden sollte, hat mehr als nur einen Hauch von Vernunft – er ist schlichtweg unabdingbar. Doch während die Autobahnliebe in Deutschland bis zum heutigen Tage ungebrochen scheint, bleibt die eigentliche Herausforderung, den öffentlichen Verkehr als gleichwertige Option zu präsentieren. Wenn der Bundesrat tatsächlich darauf abzielt, den deutschen Verkehr sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten, stellt sich die Frage, wie ernsthaft die Pläne von der Möglichkeit abweichen, einfach nur die bestehenden Kapazitäten zu vergrößern.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Aktualisierungen nicht nur leere Versprechungen sind, sondern dass sie in der Realität etwas bewirken können. Schließlich würde es allzu schade sein, if die Möglichkeit, den Verkehr nachhaltig zu gestalten, eines Tages als ein weiteres Beispiel für gescheiterte politische Ambitionen in die Geschichte eingeht. In dieser Gemengelage aus Hoffnung, Skepsis und dem ständigen Ringen um Fortschritt könnte der Sachplan für die Nationalstrassen bald auf dem Prüfstand stehen, und nicht nur von Verkehrsexperten und Politikern, sondern von einer Öffentlichkeit, die zunehmend die Geduld mit den politischen Beteuerungen verliert.